RPP Tagung | Psychologie der Humorlosigkeit
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Psychologie der Humorlosigkeit

Univ. Doz. Dr. med. Dr. scient. RAPHAEL M. BONELLI

Humor ist die Begabung eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen. Die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, schafft eine Distanz zu den eigenen Problemen und quälenden Gefühlen – wie etwa der Angst.  Damit macht der Mensch sich kleiner und dümmer, als er ist und wird dadurch stärker, als es scheint.

Im Gegenzug sind Menschen, die sich selbst zu ernst nehmen, gefährdet, nicht mehr über sich selbst und seine Begrenzungen und Unzulänglichkeiten lachen zu können. Das Leben wird dadurch rigide und unbeweglich, Beziehungen werden zunehmend mühsam. Die drei Formen der Ichzentriertheit – die des Bauches, des Kopfes und des Herzens – führen alle in irgendeiner Form zur Humorlosigkeit.

Die Egozentrik des Bauches führt zum Perfektionismus, der keinen Fehler erträgt. Die Egozentrik des Kopfes hingegen führt zur ideologischen Ichbezogenheit, die keine Kritik toleriert, und die Egozentrik des Herzens ist der Narzissmus, für den jedes humorvolle Wort über sich eine Majestätsbeleidigung darstellt. Eine besondere Ausformung der Humorlosigkeit  ist der moralische Narzissmus, der öfters auch als „political correctness“ oder „Gutmenschentum“ bezeichnet wird.

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Gott und Humor - Abstracts