RPP Tagung | Liebe und Narzissmus in der Kunst.
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Liebe und Narzissmus in der Kunst.

Der Schauspieler zwischen Selbsthingabe und Hingabe.

Michael König, München

Die Selbstbespiegelung des Schauspielers und die daraus folgenden Defizite zu skizzieren, ist der Versuch dieses Vortrages: die Unmöglichkeit, dem Fremden, Anderen, das dem Kunstwerk und damit auch der zu spielenden Figur innewohnt, zu begegnen. Der Narziss kennt keine Kunst, allenfalls die Camouflage. „Die Verzückung des Narziß ist tautologisch die des Selbstmordes.“ (G. Steiner) Im Gegensatz dazu wird der kunsthörige Schauspieler zu einem aktiven Gefäß, durch das eine ihn übersteigende Wirklichkeit erscheint. Er wird Teil eines künstlerischen Ereignisses.

Im zweiten Teil, soll diese Begegnung mit wahrer Kunst, bzw. ihre Vermeidung durch uroborische Selbstreferentialität untersuct werden. Die Abkehr vom Drama und den großen dramatischen Dichtungen, der Häßlichkeitskult, die Betroffenheits- und Befindlichkeitsfeiern, in denen es um die Ausstellung des immer gleichen Bildes von sich selbst geht, weisen deutliche Merkmale narzisstischen Verhaltens auf. Demgegenüber steht eine ins Zukünftige weisende, geradezu heroische Zuwendung zur verlassenen Kunst.

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Liebe und Narzissmus - Abstracts