RPP Tagung | Geschlecht, Hormone, Sex. Die Biologie des Liebeslebens
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Geschlecht, Hormone, Sex. Die Biologie des Liebeslebens

Univ. Prof. Dr. Doris Maria Gruber

 

Die weiblichen und männlichen Geschlechtshormone sind für die Ausprägung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale von Frau und Mann verantwortlich, sorgen dafür, dass die Pubertät beginnt, halten uns gesund und vital und sind maßgeblich am Erfolg der menschlichen Fortpflanzung beteiligt. In unserer Fachdisziplin hat man viel zu tun mit den Veränderungen des weiblichen Hormonhaushaltes von Beginn der Pubertät über Schwangerschaft und Geburt bis zur Menopause. In meinen Ausführungen  werde ich  über die Geheimnisse des weiblichen  Endokrinums sprechen, welche Hormone daran beteiligt sind und wie Frau einen Mann sieht, abhängig vom Menstruationszyklus.

 

Die weiblichen und männlichen Steroidhormone, sowie andere kleine Hormon- ähnlichen Verbindungen  sind Botenstoffe, die auch das Gehirn beeinflussen und unsere Gemütslage bestimmen können. Frauen, die unter einem sogenannten Prämenstruellen Syndrom leiden, wissen um die Macht der Hormone Bescheid. Aber auch erfreuliche Lebenssituationen werden durch die hormonellen Botenstoffe positiv verstärkt und prägen sich mit Hilfe von sog. Nerv-growth factors im Gehirn für das weitere Leben ein.

 

Die Ausformung der weiblichen body composition unterliegt nicht nur dem Ausmaß an Nahrungszufuhr, sondern ist vom Zuviel oder Zuwenig an weiblichen und/oder männlichen Hormonen abhängig.  Sowohl  die Frau als auch der Mann verfügt über einen geheimnisvollen hormongesteuerten „scanner Blick“, der in Minuten-Schnelle die Attraktivität des Gegenübers anhand des Fettverteilungsmusters erkennt und in weiterer Folge das Gegenüber als attraktiv oder unattraktiv wahrnimmt.  Deshalb ist es für beide Geschlechter wichtig, auf Ihren Körper zu achten und das Körpergewicht unter Kontrolle zu haben.

 

Noch einprägsamer hinterlassen Hormone Ihre epigenetischen Spuren im Körper beider Geschlechter, wenn es zur sexuellen Begegnung zwischen Mann und Frau kommt. Oxytocin heißt jenes Hormone, das auch  als Bindungshormon und  Kuschelhormon bezeichnet wird. Es wird bei jedem Liebesakt, bei dem es zum Orgasmus kommt für kurze Zeit ausgeschüttet. Oxytocin  entfaltet seine langfristige Wirkung im Gehirn derart, dass es zu einer „Bindung“ an den Partner kommt. So wie es  nach der Geburt eines Kindes das bondig zwischen Mutter und Kind ermöglicht.

Category
Mann und Frau - Abstracts